Aphasiker-Zentrum Oberfranken e.V.
Hilfe für Menschen mit Sprachstörung und deren AngehörigeBeratungszentum Oberfranken für Menschen nach erworbener Hirnschädigung e. V.

Ursache von Aphasien

Schlaganfall

Gut 80 % aller Aphasien sind Folge eines Schlaganfalls (auch: Apoplex / Insult). Hinter dem Begriff „Schlaganfall“ verbergen sich verschiedene Arten von Störungen der Blutversorgung im Gehirn.

1. Hirngefäßverschluss:
Eine Mangeldurchblutung der Hirnarterien kann beispielsweise durch eine Thrombose oder eine Embolie ausgelöst werden. Bei beiden werden Hirngefäße verstopft. Eine Folge hiervon ist der plötzliche Ausfall wichtiger Körperfunktionen (Sprechen, Schlucken, Sehen, Bewegungsfähigkeit einer Körperhälfte). Ein Schlaganfall hat stattgefunden. (= Ischämischer Infarkt).

2. Hirnblutungen:
Bei einer Hirnblutung reißen Blutgefäße im Gehirn und Blut tritt in das Hirngewebe ein. Ursachen hierfür sind häufig jahrelanger unbehandelter Bluthochdruck, brüchige Gefäßwände oder Gefäßmissbildungen bzw. Gefäßaussackungen, in denen sich Blut sammelt, so genannte Aneurysmen. Die Durchblutung des Gehirns wird plötzlich unterbrochen und Körperfunktionen fallen aus. Ein Schlaganfall hat stattgefunden (= Hämorragischer Infarkt).

Schädel-Hirn-Verletzungen

Hirngewebe kann auch direkt geschädigt werden, z.B. bei Unfällen. Werden hierbei die sprachrelevanten Gebiete verletzt oder gequetscht, ist eine Aphasie die Folge. Zur Vermeidung von Unfällen kann jeder selbst beitragen, indem er z.B. beim Fahrradfahren einen Helm trägt oder beim Motorradfahren eine defensive Fahrweise pflegt.

Gehirntumore

Die operative Entfernung eines Hirntumors im Bereich der sprachdominanten Hirnhälfte ist nicht ungefährlich. Hirngewebe kann dabei verletzt werden und eine Aphasie die Folge sein.

Gehirnentzündungen

Enzephalitis (Entzündung des Gehirns) oder Meningitis (Entzündung der Hirnhäute) können das Sprachsystem sowie andere zentrale Körperfunktionen wie z.B. Atmung, Schluckreflex, Bewegungsfähigkeit langfristig schädigen. Auch hier kann jeder vorbeugen, indem er z.B. die Impfempfehlungen (Zecke, Mumps, Masern etc.) berücksichtigt.

Degenerative Erkrankungen / Hirnabbauprozesse

Einige Erkrankungen des Gehirns verursachen Abbauprozesse, die sich verschieden stark auf die Sprache, das Sprechen und das Schlucken auswirken. Hierzu gehören u.a. Demenzformen (z.B. Alzheimer-Demenz), die Parkinsonsche Krankheit (Morbus Parkinson) oder Multiple Sklerose.